
Hand aufs Herz: Die deutsche Rechtschreibung kann im Alltag echt nerven: Besonders wenn dein Kind Wortarten sortieren soll und am Ende doch wieder alles kleinschreibt. Aber du musst keine extra Übungsstunden am Schreibtisch erzwingen.
Die beste Strategie ist es, das Training einfach in euren Tag einzubauen. Hier sind die effektivsten Werkzeuge und Spiele, mit denen du dein Kind unterstützt, ohne dass der Frustpegel steigt.
Training für unterwegs und zwischendurch
Lernen muss nicht immer bedeuten, am Tisch zu sitzen und Arbeitsblätter auszufüllen. In Bewegung klappt es oft viel spielerischer und nachhaltiger. Und: Nutzt gerne auch Weg- und Wartezeiten für das Wortartentraining (z.B. an der Bushaltestelle, am Schulweg oder im Wartezimmer beim Arzt).
Wortarten-Gymnastik an der Bushaltestelle
Du nennst ein Wort und dein Kind reagiert blitzschnell: Bei einem Nomen (Großschreibung) streckt es die Hände hoch in den Himmel. Bei einem Verb (Tun-Wort) springt es hoch. Bei einem Adjektiv (Wie-Wort) geht es tief in die Hocke. Alternative für Kinder, die sich nicht so gerne bewegen: Handflächen nach oben (Arme etwas ausbreiten) für groß geschriebene Nomen, Handflächen zusammenlegen für klein geschriebene Verben und Adektive.
Adjektiv-Radar
Nutzt unterwegs das Adjektiv-Radar. Schaut euch am Schulweg die Autos an. Wer findet die meisten Wörter, die beschreiben, wie sie sind (schnell, laut, glänzend, dreckig)? Das funktioniert auch großartig beim Einkaufen. Variation: Die gefundenen Adektive steigern lassen: teuer – teurer – am teuersten. Achtung: Nicht jedes Adjektiv lässt sich steigern!
Zeitschriften-Safari
Schnappt euch ein Foto aus einer Zeitschrift und einen Timer. Stellt den Timer auf 3 Minuten. Entscheidet euch für eine Wortart: Sucht ihr nach Dingen, Menschen, Tieren, Pflanzen (Nomen), nach Tätigkeiten (Verben) oder nach beschreibenden Wörtern (Adjektiven)? Für jedes gefundene Wort gibt es einen Punkt. Notiert den aktuellen Punktestand. Schafft ihr es, in der nächsten Runde mehr Punkte zu erreichen?
Nomen-Domino
Du nennst ein einfaches Wort wie „Haus“ und dein Kind muss so schnell wie möglich ein zusammengesetztes Nomen daraus machen, z.B. „Haustür“
Nomen-Suche auf dem Weg zur Schule
Sucht am Schulweg Nomen: Wer zuerst eine Pflanze, ein Ding oder ein Tier sieht, benennt das Nomen, z.B. „der Baum“, der/die andere nennt die Mehrzahl „die Bäume“.
Verben-Suche auf dem Weg nach Hause
Was machen die Menschen, denen ihr begegnet? Das Mädchen klettert, der Bub rennt, das Baby schreit, der Vater tröstet, … Wie viele Verben findet ihr? Schafft ihr es, morgen noch mehr zu finden?
Die große Abstrakta-Challenge
Eine Nomengruppe ist besonders knifflig zu lernen: Die Abstrakta. In diese Kategorie fallen z.B. Gefühle (Mut, Wut, Freude, Liebe, …), Zeitbegriffe (Woche, Tage, Jahr, …), Zustände und Vorgänge (Kälte, Hitze, Reise, Frieden, …) und noch einige mehr. In der Groß-/Kleinschreibung erklären wir den Kindern häufig: Alles, was du angreifen und sehen kannst, schreibst du groß. Abstrakta können wir allerdings weder angreifen, noch sehen. Damit dein Kind diese Nomen gut verinnerlicht, eignet sich die Abstrakta-Challenge: Einfach kostenlos herunterladen und an einer präsenten Stelle (die Innenseite der Toilettentür eignet sich dafür hervorragend!) anbringen. Immer wenn ihr im Alltag eines der abgedruckten Abstrakta gefunden habt, darf dein Kind das Feld durchstreichen. Wenn es sich z.B. am Spielplatz etwas Neues traut, habt ihr vielleicht den „Mut“ gefunden. Auf dem „Spargelwochen“-Schild im Restaurant findet ihr das Wort „Woche“.
Wie viele Wochen braucht ihr, um alle Challenge-Wörter zu finden? Schafft ihr es bei der nächsten Challenge-Runde in kürzerer Zeit?




